Supersportler oder Naked Bike, Scrambler oder Tourer, 125er oder große Maschine? Wer ein Motorrad kaufen will, hat die Qual der Wahl. In diesem Ratgeber erklären wir dir die wichtigsten Führerscheinklassen, die gängigen Motorrad-Arten und worauf du beim Kauf achten solltest – damit du das Motorrad findest, das wirklich zu dir passt.
Schritt 1: Welcher Führerschein – welche Klasse?
Welche Motorräder für dich infrage kommen, entscheidet zuerst dein Führerschein. In Deutschland gibt es diese Klassen:
| Klasse | Mindestalter | Was du fahren darfst |
|---|---|---|
| A1 | 16 Jahre | Leichtkrafträder bis 125 ccm und 11 kW (15 PS) |
| B196 | 25 Jahre | Erweiterung des Autoführerscheins für Leichtkrafträder bis 125 ccm, gilt nur in Deutschland |
| A2 | 18 Jahre | Motorräder bis 35 kW (48 PS) |
| A | 24 Jahre (Direkteinstieg) bzw. 20 Jahre nach 2 Jahren A2 | Motorräder ohne Leistungsbegrenzung |
Ein bewährter Weg ist der Stufenaufstieg: Wer zwei Jahre A1 hat, kann mit einer praktischen Prüfung auf A2 aufsteigen – und nach zwei Jahren A2 genauso auf A. So wächst du mit deiner Erfahrung in größere Maschinen hinein.
Schritt 2: Welche Motorrad-Art passt zu dir?
Motorräder unterscheiden sich vor allem in Bauart und Sitzposition – und die entscheiden darüber, wofür sich ein Motorrad am besten eignet.
Supersportler
Vollverkleidung, Racing-Design und eine sportliche, nach vorn geneigte Sitzposition. Ideal für alle, die Motorsport-Feeling suchen und gern kurvige Landstraßen fahren. Auf langen Touren und zu zweit sind Supersportler weniger bequem.
Mehr dazu in unserer Supersportler-Kaufberatung.
Naked Bike / Streetfighter
Sportliche Technik, aber ohne Verkleidung und mit breitem Lenker. Die Sitzposition ist aufrechter als beim Supersportler. Naked Bikes sind vielseitige Allrounder für Stadt und Landstraße.
Retro: Scrambler, Café Racer, Classic
Klassischer Look mit moderner Technik. Scrambler und Classic-Modelle bieten eine aufrechte, entspannte Haltung, Café Racer sitzen sich sportlicher. Perfekt für alle, denen Stil und Charakter wichtig sind.
Mehr dazu in unserer Retro-Kaufberatung.
Tourer und Sporttourer
Gebaut für lange Strecken: großer Windschutz, bequeme Sitzbank, viel Platz für Sozius und Gepäck. Wer gern mehrtägige Touren fährt, ist hier richtig.
Reiseenduro / Adventure
Hohe Sitzposition, lange Federwege und robuste Bauweise – auf Asphalt wie auf Schotter zu Hause. Reiseenduros sind beliebt für große Reisen, sind aber oft hoch und eher etwas für größere Fahrer.
Cruiser und Chopper
Tiefe Sitzbank, weit vorn liegende Fußrasten, entspanntes Dahingleiten. Cruiser sind ideal für gemütliche Ausfahrten und bei kleineren Fahrern beliebt, weil man mit beiden Füßen gut auf den Boden kommt.
Schritt 3: Passt das Motorrad zu deinem Körper?
Das wird beim Motorradkauf am häufigsten unterschätzt. Achte auf:
- Sitzhöhe und Bodenkontakt: Du solltest im Stand sicher mit beiden Fußballen auf den Boden kommen.
- Gesamtgröße: Motorräder derselben Klasse können sehr unterschiedlich groß ausfallen. Große Fahrer sitzen auf kompakten Modellen schnell beengt, kleine Fahrer fühlen sich auf großen Maschinen unsicher.
- Gewicht: Jedes Kilo merkst du beim Rangieren, Schieben und Wenden – besonders als Einsteiger.
- Lenker und Kniewinkel: Erreichst du den Lenker entspannt? Sind die Knie nicht zu stark angewinkelt?
Die Zahlen im Datenblatt sind nur ein erster Anhaltspunkt. Wirklich wissen, ob ein Motorrad passt, wirst du erst beim Probesitzen.
Schritt 4: Wofür willst du das Motorrad nutzen?
- Pendeln und Stadt: leicht, wendig, sparsam – zum Beispiel ein Naked Bike, ein Retro-Modell oder eine 125er.
- Kurvige Landstraßen: Supersportler oder sportliches Naked Bike.
- Lange Touren und Reisen: Tourer, Reiseenduro oder ein Motorrad mit aufrechter Sitzposition.
- Oft zu zweit: lange Sitzbank, bequemer Soziusplatz, ausreichend Leistung für zwei Personen plus Gepäck.
- Entspanntes Cruisen: Cruiser, Classic oder Scrambler.
Schritt 5: Welche Kosten kommen auf dich zu?
Neben dem Kaufpreis solltest du die laufenden Kosten einplanen:
- Kfz-Steuer: Leichtkrafträder bis 125 ccm sind steuerfrei. Für größere Motorräder fallen 1,84 Euro je angefangene 25 ccm Hubraum pro Jahr an.
- Versicherung: Hängt stark von Leistung, Alter, Wohnort und Schadenfreiheitsklasse ab. Hol dir vor dem Kauf ein Angebot.
- Hauptuntersuchung: Motorräder mit amtlichem Kennzeichen müssen alle 2 Jahre zum TÜV.
- Wartung und Verschleiß: Inspektionen, Reifen, Kette, Bremsbeläge.
- Kraftstoff: Je größer der Motor, desto höher in der Regel der Verbrauch.
- Schutzkleidung: Helm, Jacke, Hose, Handschuhe und Stiefel – plane dafür ein eigenes Budget ein.
Schritt 6: Worauf du beim Kauf achten solltest
- Sicherheitsausstattung: Bei neuen Motorrädern über 125 ccm ist ABS in der EU Pflicht, bei 125ern ABS oder ein kombiniertes Bremssystem – ABS an beiden Rädern ist die sicherere Wahl. Achte zusätzlich auf gutes Licht, idealerweise LED.
- Probefahrt oder Probesitzen: Nimm dir Zeit und vergleiche mehrere Modelle.
- Händler mit Werkstatt: Wer Inspektionen, Reparaturen und Ersatzteile aus einer Hand bekommt, ist auf der sicheren Seite.
- Ersatzteilversorgung: Gerade bei Verschleißteilen und nach einem Umfaller willst du nicht wochenlang warten.
- Finanzierung: Prüfe, ob eine Finanzierung möglich ist – bei Burnout Motors zum Beispiel mit 0 % über die CreditPlus Bank.
Fazit: So findest du dein Motorrad
- Kläre, welchen Führerschein du hast oder machen willst.
- Überlege, wofür du das Motorrad hauptsächlich nutzt.
- Wähle die Bauart, die dazu passt.
- Prüfe beim Probesitzen, ob Größe und Gewicht zu dir passen.
- Rechne die laufenden Kosten durch.
Unsere aktuellen Motorräder findest du in der Motorrad-Übersicht. Du willst dich lieber persönlich beraten lassen? Dann komm in unseren Showroom in Berlin oder Brandenburg – wir helfen dir, das passende Motorrad zu finden.





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